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Agentur oder Freelancer für Website-Entwicklung: Leitfaden für Unternehmer

Autor: Milos Zekovic

Während mehr als 10 Jahren Arbeit mit Kunden in ganz Europa habe ich gelernt, was bei der Auswahl eines Web-Partners funktioniert. Dieser Leitfaden gibt Ihnen konkrete Kriterien, Fragen und Warnungen, die Ihnen helfen, die richtige Entscheidung für Ihr Unternehmen zu treffen.

Agentur oder Freelancer für Website-Entwicklung: Leitfaden für Unternehmer

Agentur oder Freelancer: Was ist besser für Ihr Projekt?

Es gibt keine universelle Antwort. Ihre Wahl hängt von der Art des Projekts, dem Budget und dem Arbeitsstil ab, der zu Ihnen passt.

Freelancer bieten direkte Kommunikation, Flexibilität und oft günstigere Preise. Sie sind ideal für klar definierte Projekte, wenn Sie mit einer Person von Anfang bis Ende arbeiten möchten, und wenn schnelle Reaktionsfähigkeit für Sie wichtig ist.

Agenturen bringen einen Teamansatz, ein breiteres Spektrum an Fähigkeiten und systematisierte Prozesse mit sich. Sie sind besser für komplexe Projekte, die verschiedene Disziplinen erfordern: Design, Entwicklung, Marketing, SEO, und wenn größere Kontinuitätssicherheit für Sie wichtig ist.

Die Schlüsselfrage ist nicht "wer ist besser", sondern "wer ist besser für meinen spezifischen Fall."

Kriterien, die Sie vor einer Entscheidung prüfen müssen:

1. Portfolio und Referenzprojekte

Schauen Sie nicht nur auf die Ästhetik. Prüfen Sie konkrete Ergebnisse: Sind die Websites schnell? Wie funktionieren sie auf mobilen Geräten? Ähneln die Projekte Ihrer Branche oder Ihrem Unternehmenstyp?

Suchen Sie nach Fallstudien mit messbaren Ergebnissen: erhöhte Conversion-Raten, reduzierte Ladezeiten, verbesserte SEO-Positionen. Wenn jemand nur schöne Bilder ohne Ergebnisse hat, ist das eine Warnung.

2. Technische Expertise und Spezialisierung

Webentwicklung ist ein breites Feld. Jemand, der Landingpages erstellt, ist vielleicht nicht die beste Wahl für eine komplexe E-Commerce-Plattform mit individueller Funktionalität.

Fragen Sie direkt: Welche Technologien verwenden Sie? Warum genau diese? Wie gehen Sie an Performance und Sicherheit heran? Wie handhaben Sie SEO von Anfang des Projekts an?

Wenn Sie vage oder generische Antworten erhalten, gehen Sie weiter.

3. Arbeitsprozess und Transparenz

Ein guter Partner wird Ihnen klar erklären, wie der Prozess vom ersten Meeting bis zum Website-Launch aussieht. Sie müssen wissen:

  • Wie sieht Planung und Anforderungsdefinition aus?
  • Wie viele Überarbeitungen haben Sie Anspruch zu verlangen?
  • Was passiert, wenn das Projekt sich verzögert?
  • Wie werden Änderungen nach dem Launch berechnet?

Vermeiden Sie Partner, die Ihnen keinen klaren Fahrplan geben können oder die sich weigern, einen detaillierten Vertrag zu schreiben.

4. Kommunikation und Verfügbarkeit

Dies ist oft das am meisten übersehene Kriterium, aber eines der wichtigsten. Die Prüfung der Kommunikation beginnt beim ersten Kontakt:

  • Wie schnell antworten sie auf E-Mails?
  • Stellen sie die richtigen Fragen zu Ihrem Unternehmen?
  • Hören sie zu oder drücken sie nur ihre eigene Vision durch?
  • Wie erklären sie technische Begriffe?

Schlechte Kommunikation am Anfang wird während des Projekts nicht besser—sie wird nur schlimmer.

5. Code-Eigentum und Flexibilität

Wesentliche Frage: Wem gehört der Code nach Projektabschluss? Kann ich ihn an einen anderen Entwickler übertragen, wenn ich möchte?

Einige Entwickler behalten das Eigentum am Code oder binden Sie an ihre persönlichen Systeme, die Sie von ihnen abhängig machen. Das ist ein legitimes Geschäftsmodell, aber Sie müssen wissen, worauf Sie sich einlassen.

Bestehen Sie immer auf dem Eigentum an Ihrem Inhalt, Ihrer Datenbank und Ihrem Domainnamen.

Schlüsselfragen, die Sie stellen müssen

Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, stellen Sie diese Fragen:

Über Prozess und Termine:

  • Was ist eine realistische Frist für meinen Projekttyp?
  • Was passiert, wenn Sie mit Ihren Verpflichtungen in Verzug sind?
  • Wie organisieren Sie Feedback und Überarbeitungen?

Über Wartung und Support:

  • Was ist in der laufenden Wartung enthalten?
  • Wie werden Notfalleingriffe berechnet?
  • Wer ist für Backup und Sicherheit verantwortlich?

Über Ergebnisse:

  • Wie messen Sie den Projekterfolg?
  • Was sind die Garantien für ernsthafte Website-Performance?
  • Ist Schulung für die Nutzung des CMS Teil des Geschäftsmodells?

Über Geschäftsbeziehung:

  • Arbeiten Sie nur in meiner Region oder haben Sie Erfahrung mit internationalen Kunden?
  • Wie werden Streitigkeiten gelöst?
  • Kann ich einen Vertragsentwurf sehen, bevor ich mich verpflichte?

Warnsignale

1. "Website für 200 Euro in 3 Tagen"

Eine qualitativ hochwertige Website erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es wahrscheinlich nicht wahr.

2. Vager oder nicht existierender Vertrag

Kein schriftlicher Vertrag, kein Geschäft. Punkt. Ein Vertrag schützt sowohl Sie als auch den Entwicklungspartner.

3. 100% Vorauszahlung

Das Standardmodell ist: Anzahlung (30-50%), Phase für Phase oder nach Meilensteinen. Niemand, der sicher in seiner Arbeit ist, wird den vollen Betrag im Voraus verlangen.

4. Keine Referenzen oder Weigerung, sie zu geben

Wenn jemand zufriedene Kunden hat, wird er Sie gerne mit ihnen verbinden. Wenn er das vermeidet, hat er wahrscheinlich einen Grund.

5. Garantierte SEO-Ergebnisse wie "erste Position bei Google"

Niemand kann spezifische SEO-Positionen garantieren. So funktioniert SEO einfach nicht. Solche Aussagen deuten entweder auf Unwissenheit oder Unehrlichkeit hin.

6. Sie verwenden fertige Vorlagen, sagen es aber nicht

Fertige Vorlagen sind nicht von Natur aus schlecht; sie können eine wirtschaftliche Lösung sein. Aber wenn sie Ihnen ein "individuelles Design" verkaufen, während sie ein WordPress-Theme von ThemeForest verwenden, ist das Betrug.

Praktischer Auswahlprozess: Schritt für Schritt

Schritt 1: Definieren Sie, was Sie wirklich brauchen

Bevor Sie jemanden kontaktieren, setzen Sie sich hin und schreiben Sie:

  • Was ist das Ziel der Website? (Verkauf, Lead-Generierung, Information)
  • Wer ist Ihre Zielgruppe?
  • Welches Budget können Sie realistisch zuweisen?
  • Was sind Must-Have-Elemente und was ist Nice-to-Have?

Schritt 2: Erstellen Sie eine Shortlist von 3-5 Kandidaten

Verschwenden Sie keine Zeit damit, 20 Personen zu kontaktieren. Wählen Sie 3-5 beste basierend auf Portfolio, Bewertungen und Spezialisierung.

Schritt 3: Vereinbaren Sie erste Gespräche

Das ist noch kein technisches Briefing. Das Ziel ist zu sehen, wie sie kommunizieren, ob sie Ihr Unternehmen verstehen und ob Sie mit der Person "klicken".

Schritt 4: Fordern Sie ein detailliertes Angebot an

Nach dem ersten Gespräch fordern Sie ein schriftliches Angebot an, das Folgendes umfasst:

  • Detaillierte Arbeitsbeschreibung
  • Klare Preisgestaltung
  • Fertigstellungstermin
  • Anzahl der Überarbeitungen
  • Was ist enthalten und was nicht

Schritt 5: Prüfen Sie Referenzen

Kontaktieren Sie mindestens 2-3 frühere Kunden. Fragen Sie sie nach Kommunikation, Einhaltung von Terminen und wie die Zusammenarbeit nach dem Launch verlief.

Schritt 6: Beginnen Sie mit einem kleineren Testprojekt

Wenn möglich, beginnen Sie mit einem kleineren Projekt, z. B. einer Landingpage, einem Redesign einer bestehenden Seite, bevor Sie sich zu einem großen Projekt verpflichten.

Besondere Umstände: Internationale Zusammenarbeit

Ich arbeite mit Kunden von Serbien bis zu den VAE und Norwegen, und ich weiß, dass es spezifische Dinge gibt, auf die man achten muss, wenn man mit jemandem aus einem anderen Land arbeitet:

Zeitzonen: Wie werden Meetings und Kommunikation organisiert?

Sprache: Spricht der Partner Ihre Sprache oder wird Englisch benötigt? Kann er die Website für Ihren Markt anpassen?

Zahlung und Steuern: Wie werden internationale Transaktionen abgewickelt? Wer trägt die Transferkosten?

Rechtliche Zuständigkeit: Nach welchem Recht werden eventuelle Streitigkeiten gelöst?

Preis: Was kostet eine qualitativ hochwertige Website?

Die Preise variieren enorm je nach Komplexität, Markt und Partner. Als Richtlinie:

Grundlegende Unternehmenswebsite (5-10 Seiten, CMS, responsives Design): 1.500 - 5.000 EUR

Komplexere Unternehmenswebsite (individuelles Design, erweiterte Funktionalität, Integrationen): 5.000 - 15.000 EUR

E-Commerce-Plattform (individuelle Lösung, Payment Gateway, Bestandsverwaltung): 10.000 - 50.000+ EUR

Die günstigste Option ist selten die beste. Aber die teuerste ist oft auch nicht gerechtfertigt.

Konzentrieren Sie sich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis: Was bekomme ich für diesen Preis und entspricht es meinen Bedürfnissen?

Alternative zum klassischen Modell: Retainer-Zusammenarbeit

Anstatt eines großen Projekts sollten Sie ein Retainer-Modell in Betracht ziehen, eine monatliche Zusammenarbeit, bei der Sie eine bestimmte Anzahl von Stunden Beratungsarbeit bezahlen.

Dies ist ideal, wenn:

  • Sie eine bestehende Website haben, die ständig verbessert werden muss
  • Sie kontinuierliche Inhalte und Marketing planen
  • Sie einen Entwickler "auf Abruf" für dringende Bedürfnisse haben möchten

Fazit: Vertrauen ist die Grundlage

Die Wahl eines Web-Partners ist nicht nur eine Transaktion; es ist eine Partnerschaft. Suchen Sie jemanden, der Ihr Unternehmen versteht, Ihre Zeit und Ihr Geld respektiert und sich dem langfristigen Erfolg Ihres Projekts verpflichtet fühlt.

Der wichtigste Indikator für einen qualitativ hochwertigen Partner ist nicht Portfolio oder Preis, sondern die Bereitschaft zuzuhören, Transparenz in der Kommunikation und die Fähigkeit, komplexe Dinge klar zu erklären.

Eine Website ist eine Investition in Ihr Unternehmen. Es lohnt sich, Zeit zu investieren, um den richtigen Partner zu wählen.

Bereit, das Projekt mit dem richtigen Partner zu starten?

Kontaktieren Sie mich für einen detaillierten Zusammenarbeitsvorschlag. Sie erhalten eine klare Einschätzung des Arbeitsumfangs, realistische Termine und ein transparentes Angebot, ohne versteckte Kosten und Unklarheiten.

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